Josef Lang

Eisenbahner. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1901    † 1942

 

Lebenslauf

Josef Lang wurde am 4.1.1901 in Wien geboren. Er war Eisenbahner und arbeitete ab 1916 bei der österreichischen Bahn. 1921 schloss er sich der sozialdemokratischen Arbeiterpartei Österreich und der freien Gewerkschaft an.

Mitglied einer Widerstandsgruppe in St. Pölten

Josef Lang war Mitglied einer kommunistischen Widerstandsgruppe in St. Pölten.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 4. 10. 1941 wurde Josef Lang verhaftet und am 2. 9. 1942 gemeinsam mit August Novy, Rudolf Duba, A. Marek, Rudolf Unterberger und Franz Winkler (alle hingerichtet) zum Tode verurteilt. Am 2.12.1942 erfolgte seine Hinrichtung im Landesgericht I in Wien.

Aus dem Urteil

„Die Strafe gegen die Angeklagten ist nach § 73 StGB aus § 91b StGB zu bestimmen, da diese Vorschrift gegenüber § 83 Abs. 3 StGB die schwerere Strafe, nämlich die Todesstrafe oder lebenslanges Zuchthaus androht, sofern nicht das Vorliegen eines Falles nach Abs. 2 des § 91 b StGB bejaht wird. Die letzte Möglichkeit ist mit Rücksicht auf den Umfang der kommunistischen Organisation, der die Angeklagten angehören, und weiter darauf, dass diese sich innerhalb der Reichsbahn, des wichtigsten Transportunternehmens des Reiches, ausgebreitet hatte, zu verneinen. Im Hinblick auf diese Umstände lassen sich schwerere Folgen der Tat der Angeklagten keineswegs ausschließen. Es ist vielmehr sehr wahrscheinlich, dass auf den von den Angeklagten mitbereiteten Boden erst die schweren ­Sabotagehandlungen wachsen konnten, die tatsächlich in der Ostmark von Eisenbahnern an Einrichtungen der Reichsbahn vorgenommen worden sind.“

Gedenktafel

Sein Name steht auf einer Gedenktafel am Bahnhof St. Pölten.

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Gedenkort - Gruppe 40, Zentralfriedhof

In der Gruppe 40 wurden die im Wiener Landesgericht Hingerichteten beerdigt. 2013 wurde die Gruppe 40 zur Nationalen Gedenkstätte erklärt.

Quellen und Bildnachweise

  • Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Porträtbild: Willi Weinert oder Wiener Stern Verlag
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Andere Bildrechte: Angabe bei Anklicken des Bildes (Bildinformation)
  • Andere Bilder: Privatbesitz oder Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen.

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

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